Die Schrammstein-Tour

17.08.2016

Nach dem Beschluss von gestern geht es heute für eine zweitägige Wandertour in die sächsiche Schweiz. Auf Empfehlung von einer Freundin von Falk haben wir uns für zwei Etappen im Gebiet rund um die Schrammsteine entschieden.

Vorher wollen wir uns noch die berühmte Bastei bei Rathen anschauen, bekannt als eines der Desktophintergrundbilder von Windows 7. Als eines der wohl beliebtesten Fotomotive Deutschlands sieht sie einfach atemberaubend aus. Angekommen in Rathen dann die große Verwunderung: Obwohl es mitten in der Woche und kein besonders gutes Wetter ist, wimmelt es hier nur so von Touristen. Wir sehen, dass wir eine von Touris überfüllte Fähre nehmen müssten, um auf die andere Seite der Elbe und schließlich zur Bastei zu gelangen. Mit dem Mopped kommen wir da nicht rüber. Angesichts der Menschenmassen beschließen wir, vorerst zu verzichten und direkt mit der Hikingtour zu starten.

Die Tour

Nach einer kurzen Fahrt mit dem Mopped starten wir nachmittags von dem Parkplatz am Gasthaus Schrammsteinbaude. Da die Richtungen an den Wegkreuzungen in der sächsischen Schweiz sehr gut ausgeschildert sind, verzichten wir auf eine Wanderkarte und orientieren uns anhand einer kleinen Karte des Gebiets, die wir zuvor aus den Internet ausgedruckt haben. Als erstes geht es hoch zum Falkenstein, dann weiter zur Wildwiese. Kaum zu glauben: Auch hier bleiben wir von den immer wiederkehrenden Sperrungen nicht verschont. Da ist man dann schon ganz schön verdutzt, wenn der Wanderweg plötzlich komplett gesperrt ist und man eine Umleitung nehmen soll. Aber die Umleitungen scheinen sich ja durch die letzten Tage wie ein roter Faden durchzuziehen…

Umleitung auf der Wandertour

Wurzeln eines alten Baumes

Weiter geht es also über Umleitungen durch den nassen Grund, hoch durch die spaktakuläre Wilde Hölle zum Carolafelsen, von dem man einen eindrucksvollen Ausblick über das Gebiet der Affensteine hat.

Aufstieg durch die wilde Hölle

Aussicht vom Carolafelsen

Nach einer kurzen Pause gehen wir dann weiter in Richtung Schrammsteine. Da bald die Sonne untergehen wird, wird es Zeit, eine Boofe für die Nacht zu suchen. Wir müssen schließlich noch kochen und unser Lager aufschlagen, bevor es dunkel wird.

Was ist Boofen?

Eine Boofe ist eine Freiübernachtungsstelle unter einem Felsvorsprung im Elbsandsteingebirge. Mit Boofen wird folglich das Schlafen unter einer sogenannten Boofe bezeichnet.
Es ist gar nicht so einfach, eine Boofe zu finden. Entlang des Wanderpfades gibt es zwar einige davon, aber nur wenige sind auch offizielle Freiübernachtungsstellen. Das Übernachten unter einer nicht dafür ausgewiesenen Boofe kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Da Boofen nicht ausgeschildert sind, muss man selbst auf die Suche gehen. Also verlässt man den Wanderweg und sucht auf kleinen Pfaden abseits des Weges nach einer Boofe. Bis man eine gefunden hat, kann das auch schon mal eine Weile in Anspruch nehmen.

Schild der Freiübernachtungsstelle

Wir haben das Glück, eine abgelegene Boofe zu finden, die direkt neben einer tollen Aussicht liegt. Da wir unter dem Felsvorsprung gut gegen Wind und Regen geschützt sind, brauchen wir kein Zelt und schlafen allein mit Isomatte und Schlafsack im Nationalpark.

Boofe mit Schlafsäcken

Aussicht von der Boofe

Entfernung der Wanderetappe: 11,8 km