Drei Länder an einem Tag

31.08.2016

Man, war das eine Nacht! Als wir heute morgen um 6.15 Uhr aus dem Zelt kriechen, sieht man uns die Strapazen der Nacht an.

Da wir die Schlafplatzsuche im Dunkeln starten mussten, konnten wir im Licht der Stirnlampe leider nicht erkennen, wie uneben der Feldboden doch war. Das stellten wir erst fest, als wir alles aufgebaut und uns zum Schlafen ins Zelt gelegt hatten.

Egal auf welche Seite man sich auch gedreht hat, es wurde nicht gemütlicher. Dazu kam dann noch das Gebelle mehrerer Wachhunde aus der Umgebung. Stundenlang haben die sich abgewechselt.

Nun gut – jetzt geht es erstmal weiter. Kroatien ist das erste Zwischenziel. Also geht es auf der schrecklich geraden Straße mit der Nummer 7 weiter, bis wir die Grenze überschreiten. Wir sind sehr dankbar für die Kurven, die uns danach erwarten.

Wir frühstücken neben dem Fussballfeld eines kleinen Dorfes und schmieden dabei Pläne für die weitere Fahrt. Da es auch heute sehr warm ist, wäre ein erfrischendes Bad sehr willkommen. An die Küste Kroatiens zu fahren wäre jedoch noch ein weiter Weg. Da wir tendenziell die Berge bevorzugen, entschließen wir uns in den Westen nach Slowenien weiterzuziehen. Wir peilen den See Smartinsko Jezero an.

Dort angekommen, sind wir beeindruckt von der Schönheit des weitläufigen Sees. Es überrascht, dass es kaum Touristen an diesen Ort verschlagen hat. Drei Opis sind die Einzigen, die mit uns baden.

Nach einer ausgiebigen Pause heißt es, einen Platz für die heutige Nacht zu finden. In Slowenien sicherlich kein Problem. Hier gibt es etliche kleine Dörfer in den Bergen, viele Häuser sind auf großzügigen Grundstücken gebaut.

Wir fahren in das erstbeste Dorf und halten direkt am vordersten Haus. Hier sieht es richtig nett aus, ein älterer Herr gießt gerade die Blumen im Garten. Wir versuchen ihm unser Anliegen verständlich zu machen. Leider kann er nicht verstehen, was wir von ihm wollen. Hier kommen wir nicht weiter. Gerade als ich wieder auf das Mopped steigen will, kommt uns ein Endurofahrer entgegen. Wir grüßen ihn, wie jeden Motorradfahrer. Der ältere Herr ruft ihm hinterher. Der Endurofahrer bleibt stehen und kann glücklicherweise deutsch. Er übersetzt für uns. Und schon ist klar: Wir dürfen selbstverständlich unser Zelt hier aufschlagen.
Obwohl der Mann kein Wort deutsch oder Englisch spricht, heißt er uns sehr willkommen. Nach nur einer Minute dann von ihm die entscheidende Frage: „Schnapska?“. Und ehe wir uns versehen, stehen wir auf seinem Feld und trinken Schnaps mit ihm zusammen. Obwohl wir uns nicht unterhalten können – die Chemie stimmt!

Kurze Zeit später trifft auch das erste seiner drei Kinder ein. Žiga ist der jüngste Sohn, mit ihm und seiner Freundin können wir uns wunderbar auf Englisch unterhalten. Er erzählt uns, dass der See in dem wir zuvor gebadet haben, durch Abwasser verschmutzt ist. Großartig!

Kurz darauf trifft auch die Mutter sowie die Schwester ein. Wir werden zum Abendessen eingeladen. Bei einigen Piva (Bieren) und leckeren traditionellen slowenischen Würstchen lernen wir Familie Pangerl kennen. Sie zeigen uns, was wahre slowenische Gastfreundschaft heißt. Wir erzählen von unserer Reise, tauschen uns über Slowenien und Deutschland aus, lachen viel. Sie können uns ebenfalls einige hilfreiche Tipps für weitere Ziele unserer Reise geben. Aber dazu dann morgen mehr…

Zelt im Garten

Entfernung dieser Etappe: 283,4 km

2 Kommentare zu “Wahre Gastfreundschaft [12. Etappe: Zalakaros (HU) – Konjsko (SI)]

  1. Hey ihr beiden,

    zum Glück habt ihr das mit dem See erst nachher raus gefunden. Wobei ihr das dann wahrscheinlich auch nicht wissen wolltet. Aber erfrischend war es doch bestimmt?!

    Ich finde es auch immer wieder klasse, welche tollen Geschichten man über die Gastfreundschaft in Südosteuropa hört. Wir müssen da auch unbedingt mal hin..

    Liebe Grüße aus Guatemala
    Chris

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