Ein echtes Sauwetter

06.09.2016

Nach der letzten Hikingtour gestern, geht nun langsam der Aufbruch in die Heimat los. Nur noch ein paar letzte Tage, dann müssen wir wieder den Verpflichtungen Zuhause nachgehen. Ein Jammer. Auch der Himmel sieht zum Weinen aus.

Bisher hatten wir unglaublich viel Glück mit dem Wetter. Fast jeden Tag an die 30° Celsius mit Sonnenschein ohne Ende. Aber das kann ja aber auch nicht jeden Tag so sein.

Wir fahren trotz dickster grauer Wolken am Himmel los. Für richtiges Regenwetter sind wir gar nicht ausgestattet. Wenn der Platz begrenzt ist, muss man eben Abstriche machen. Zum Glück haben wir einen Tag Puffer für die Rückfahrt eingeplant: Man weiß ja nie, ob es mal richtig regnet oder Erna schlappmacht.

Es kommt, wie es kommen musste: Kurz nach der Abfahrt beginnt auch schon der Regen. Das macht keinen Spaß, aber wir fahren trotzdem weiter. Mal testen, wie viel unsere Kleidung aushält. Das Gepäck in dem hinten aufgespanntem Rucksack ist ja immerhin durch die Plane vor dem Regen geschützt. Über meinen Rucksack kommt das Regencover.

Der Regen wird zunehmend stärker, kalter Wind bläst uns um die Helme. Oh man, die Strecke könnte richtig schön sein, wenn der Himmel nicht so grau und das Wetter nicht so ungemütlich wäre. Hilft ja nichts – wir halten durch.

Wie soll man als Moppedhiker so einen Tag gestalten? Schwierig. In Obertauern angekommen – bei schlappen 5° Celsius im Regen – steht zumindest fest, dass wir uns erstmal aufwärmen und trocknen müssen. Schuhe: klatschnass. Jacke: klatschnass. Hose: ebenfalls klatschnass.

In einem Café schauen wir in den Wetterbericht. Bis Sonnenuntergang soll sich nichts am Wetter ändern. Wir können nicht weiterfahren. Noch weitere 6 Stunden in dem Café zu sitzen, um in der Dunkelheit unser Zelt aufzuschlagen, ist aber auch keine Option.

Wir brauchen also eine Alternative. Hostels gibt es in der Gegend keine, alle Hotels sind maßlos überteuert. Vielleicht gibt es etwas in Salzburg. Da sind wir noch ne Stunde unterwegs. Aber nein, auch in Salzburg ist uns jede Art von Unterkunft noch viel zu teuer.

Also versuchen wir unser Glück bei Couchsurfing. Die Wahrscheinlichkeit, so kurzfristig noch einen Host zu finden, ist jedoch sehr gering. Zudem gibt es nur wenig Hosts hier in der Gegend, die auch 2 Couchsurfer aufnehmen. Uns bleibt leider nichts anderes übrig, als auf die Couchsurfing-Community zu hoffen.

Und siehe da: Nur kurze Zeit später haben wir unseren heutigen Host Chris gefunden. Er wohnt in Radstadt, nur 20 Minuten entfernt. Damit haben wir nicht gerechnet. Schön, dass es noch so spontane Menschen gibt!

Als wir uns später mit Chris treffen dann die Erlösung: Eine richtig heiße Dusche. Definitiv die beste Dusche dieser Reise.

Chris und seine Familie betreiben die riesige Ferienanlage Tauernruh, mit Jugendgästehaus. Hier gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt. Wir sind beeindruckt von den vielfältigen Sportangeboten. Außerdem gibt es einen tollen Kräuter- und Gemüsegarten, an dem wir uns auch bedienen dürfen. Ein Ferienparadies für Kids. Und das Allerbeste: Wir dürfen heute Nacht in der selbst gebauten Boulderhalle von Chris übernachten. Hammer! Wer kann schon von sich behaupten, in einer Boulderhalle geschlafen zu haben.

Hier gibt es viele große Sofas und einen Kamin. Vielleicht wird ja sogar das ein oder andere Kleidungsstück über Nacht trocken.

Kaminfeuer

Wir verbringen einen wunderbaren Abend mit Chris und seinen Freunden in der Boulderhalle. Damit hätten wir heute Mittag wirklich nicht gerechnet. Ist schon verrückt, wie mancher Tag auf Reisen ausgeht…

Boulderhalle Tauernruh

Entfernung dieser Etappe: 92,1 km