Wir lassen die Katze aus dem Sack

Der Titel hat es wohl schon verraten: Wir sind letztes Wochenende stolze Besitzer eines Tigers geworden. Zwar kein plüschartiger wie auf dem Bild, dafür aber einer mit zwei Rädern und ordentlich Bums hinter der Verkleidung.

Hier die (Vor-)Geschichte zum Kauf sowie ein Ausblick auf anstehende Umbauten. Natürlich freuen wir uns auch hierbei wieder auf eure klugen Gedanken, damit wir das Ganze etwas sorgfältiger angehen können 😉 ! 

Rechtzeitiger Rat

Überwältigt dürfen wir feststellen, wie groß die Hilfsbereitschaft in der Motorrad- und Reiseszene im Internet ist. Auf unseren letzen Artikel haben wir unzählige Mails und hilfreiche Kommentare bei Facebook und im Blog erhalten. Neben vielen konkreten Modellvorschlägen und Angeboten, bekamen wir zahlreiche Tipps und Anmerkungen, die wir bei der Moppedwahl beherzigten. Dank tatkräftiger Unterstützung von allen Seiten, konnten wir letztendlich eine bessere Entscheidung treffen. Vielen lieben Dank!

Eindeutiger Denkfehler

Trotz vielfältiger Recherche haben wir ein nicht ganz unwichtiges Kriterium völlig außer Acht gelassen: die maximale Zuladung. Das ist die Differenz zwischen Gesamtgewicht und Leergewicht. Bei den meisten Maschinen, die wir uns angesehen haben, bewegt sie sich um die 180 Kilogramm. Nachdem wir diesen wichtigen Hinweis bekamen, haben wir das Gewicht π x 👍 ausgerechnet und sind mit unserem Körpergewicht, Koffern, Ausrüstung, Werkzeug, Ersatzteilen, Lebensmitteln etc. auf knapp 220 Kilogramm gekommen. Man kann so ein Motorrad bestimmt etwas überladen, aber dauerhaft ist das sicher nicht die beste Idee.

Unter Einbezug aller anderen wichtigen Kriterien haben wir uns daher dann doch nach größeren und schwereren Reiseenduros umgeschaut, welche eine hohe Zuladung und eine gute Soziustauglichkeit haben.

Vorsichtiger Testlauf

Wie es der Zufall so will, hatten wir bei Nickis Eltern um die Ecke einen Triumph Tiger 885i (T709, Nachfolger der T400) entdeckt. Der Tiger stand zwar nicht ganz oben auf unserer Liste, kam aber grundsätzlich auch in Frage. Schließlich war er schon das ein oder andere Mal der treue Begleiter so manch Reisesüchtiger.

Und zack –  dortiger Händler sagte uns sofort eine Probefahrt zu. So sind wir schnell nach Wiesbaden getigert und haben das Angenehme mit dem Angenehmen kombiniert: Einen Besuch der Lieben mit einer Probefahrt.

Als wir den Motor starten, schnurrt der Kater. Es geht einige Kilometer durch das Wiesbadener Umland, auf einem Parkplatz wird der Zustand überprüft. Der Dreizylinder ist deutlich gewaltiger und gewichtiger als Erna, trotzdem fühlen wir uns direkt darauf wohl.

Ein vernünftiger Kauf?

Super Zustand, alle Inspektionen durchgeführt und alle wichtigen Verschleißteile erneuert. Weiterer eindeutiger Pluspunkt: Nicht zu viele Kilometer auf dem Buckel. Außerdem wurde bereits eine Gepäckbrücke für Seitenkoffer und Topcase angebaut. Laut Fahrzeugschein hat er eine zulässige Gesamtmasse von 485 kg, ein Leergewicht von 245 kg und so eine stolze Zuladung von 485-245 = 240 kg. Plus: Ein wirklich fairer und günstiger Preis.

Klar, das ist dann schon ein ganz schön mächtiger Begleiter, bei dem das Aufheben nach einem Sturz nicht ganz so spaßig werden könnte. Das ist für uns ein Kompromiss, den wir aber ganz gut eingehen können. Immerhin sind wir ja zu zweit unterwegs. Durch den Kraftsport sind wir auch nicht die Schwächsten. Dass der Tiger andere bedeutsame Kriterien erfüllt, ist uns wichtiger.

Ein klares Gegenargument war sicherlich die Tatsache, dass der Tiger nicht so verbreitet ist wie andere Moppeds. Wichtigere Ersatzteile am anderen Ende er Welt aufzutreiben, könnte da schon schwieriger werden. Wir werden versuchen, das Wichtigste mitzunehmen. Da man aus gleichem Grund auch nicht erwarten kann, dass die Werkstattmenschen rund um die Welt mit einem Tiger vertraut sind, müssen wir uns so gut wie möglich einarbeiten,  damit wir im Notfall selbst zum Problembeseitiger werden können!

Unterm Strich gibt es einfach nicht DAS EINE perfekte Motorrad für die Weltreise. Das macht eine Entscheidung nicht einfacher, aber es ist auch schön, dass es für unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben unterschiedliche Möglichkeiten gibt. Man muss eben das finden, womit man sich wohl fühlt. Wir denken, dass die Tiger gut zu uns passt. Der legendäre Ted Simon hat außerdem auch schon vor über 40 Jahren mit einer Triumph die Welt umrundet. Dem wollen wir uns anschließen!

Wie machen wir ihn nun abenteuerlustiger?

Nun überlegen wir uns natürlich, was noch alles an dem Kater verbessert werden kann, um ihn weltreisetauglicher zu gestalten. Hier ein kleines Brainstorming zu möglichen Umbauten:

 Was?  Wofür?
 Alukoffer  Unterbringung des Gepäcks
 Seitenständerplatte  Besserer Stand auf weichem Gelände
 Scottoiler  Längere Lebensdauer der Kette
 K&N Luftfilter  Weniger Wartung
 Enduroreifen  Besserer Grip im Gelände
 Scheinwerferschutz  Schutz vor Steinschlägen
 Bordsteckdose  Versorgung für elektronische Geräte
 Griffheizungen  Wärmere Pfoten auf kalter Fahrt
 Erhöhung des Lenkers  Erhöhter Fahrkomfort
 Kotflügelaustausch/-erhöhung  Größerer Abstand zum Rad verhindert eine Blockade durch Schlamm
 Fahrwerksumbau  Bessere Fahreigenschaften mit Sozius und im Gelände
 Fußrastentausch  Mehr Grip

Da wir nach wie vor keine Experten sind, freuen wir uns natürlich über jeden weiteren Hinweis von eurer Seite!!!

Nun bleibt zuletzt nur zu hoffen, dass unser Entschluss ein richtiger war und unser Tiger kein unartiger sein wird. Wir werden sehen, ob er sich auf der bevorstehenden Reise als langfristiger, zuverlässiger Begleiter erweisen wird  😉 !

 

10 Kommentare zu “Unser Motorrad für die Weltreise: Es wird gewichTIGER!

  1. Eine gute Wahl, den T709 fand ich schon immer toll, nur zu schwer, weil stabil. Aber das ist ja genau das richtige für euch.

    Den Scottoiler kann man mit günstigem, nicht-bio Kettensägeöl betreiben.
    Scheinwerferschützer sind m.W. in D formal nicht erlaubt.
    Zwei Bordsteckdosen. Vorne am Lenker und hinten für die Koffer.
    Bei den Griffheizungen stehe ich auf die gummiweichen, dicken Daytonas. Andere mögen die harten, dünnen lieber. Probieren und auf den Regler achten (mehr als aus, lau und heiß).
    Reine Metallrasten können weiche Stiefelsohlen kaputt machen.

    1. Super, vielen lieben Dank für deine Tipps. Sehr hilfreich!
      Dass Scheinwerferschützer hier nicht erlaubt sein sollen, wussten wir beide nicht. Da werden wir uns auf jeden Fall nochmal informieren.
      Und richtig, zwei Bordsteckdosen sind wirklich sinnvoll!
      Ein guter Hinweis auch bei der Griffheizung und den Fußrasten.
      Dann wissen wir schonmal, worauf wir bei der Auswahl achten müssen 😉

  2. Wollte Euch nochmal umfangreiche Testfahrten bei den DR Offroad Days (Hessler-Motorsport) in Thüringen empfehlen. das macht Spaß und man kann Offroad ein bisschen üben bzw. an eine Kurs teilnehmen. Findet im Juli statt und wir fahren auch hin. Müsst ihr Euch mal die Teilnehmerliste googlen-Ist alles von GS bis CRF dabei…LG, Rossi

    1. Cool, danke für den Hinweis, hab mir mal die Seite und die Fotos angeguckt, sieht ziemlich gut aus. Ich habe jetzt ein Training in Kleinhau gebucht. Aber vielleicht kommen wir auch einfach so vorbei.

  3. Moin:)
    schön, dass ihr ein passendes Bike gefunden habt. Ich muss sagen, dass ich nicht gedacht hätte, das die Wahl letztlich auf die Tiger fällt 😀 Aber den Punkt mit dem Maximalgewicht hat man wirklich nciht auf dem Schirm 😀 ICh glaube mir wärs erst nach den ersten, völlig überladenen 2000 Kilometern aufgefallen^^

    Ich bin wirklich gespannt wie sich die Tiger auf einer solchen Weltreise schlägt und hoffe ihr berichtet fleißig weiter! 🙂

    LG
    Armin

  4. Hey Armin,
    schön, dass auch du die Motorradsuche mitverfolgt hast.
    Wir hätten das am Anfang auch nicht gedacht, aber ja, manchmal kommt es eben anders als man denkt ;). Und da sind wir jetzt auch wirklich froh drüber. Die ersten kleineren Ausfahrten mit dem Tiger waren super, es wird sich zeigen, wie verlässlich er auf großer Tour sein wird.
    Wir werden natürlich weiter berichten!
    Liebe Grüße
    Nicki

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