Exzenter? Was für’n Ding?

Klar, wir wissen, dass dieser Artikel jetzt nicht für jeden supersexy sein wird. Nichtsdestotrotz wollen wir den Schraubern, Moppedfahrern und Spezialisten unter euch die Umbauten, die wir am Tiger vorgenommen haben, nicht vorenthalten. Vielleicht helfen wir ja auch so manch einem von euch weiter, der schon lange nach der Lösung des Problems gesucht hat.

Das Problem

Der Tiger ist ein ganz schön großes Motorrad. Daher könnten kleinere Menschen schnell Probleme bekommen, den Tiger zu zähmen.
Die Sitzhöhe lässt sich zwar sehr einfach zwischen 3 verschiedenen Höhen über die Sitzbankverriegelung einstellen. Jedoch kommen wir selbst bei der niedrigsten Einstellung mit 173 cm (Moe) bzw. 164 cm (Nicki) Körpergröße leider nur mit dem Fußspitzen auf den Boden. Ideal ist das natürlich nicht.

Die Lösung

Zu Glück gibt es die hilfsbereite Tigerhome Community. Nach kurzer Recherche dort eröffnet sich für uns eine einfache und zugleich schnelle Lösung: Über die Exzenter lässt sich der Tiger 3cm tieferlegen. Und das mit einfachem Werkzeug ohne spezielle Zubehörteile. Yeah, you can do it yourself 😉!

Voraussetzungen

An Werkzeug braucht man nicht viel:

  • Drehmomentschlüssel mitsamt Sechskantnüssen
  • Sechskantschlüssel aus dem Bordwerkzeug
  •  Schraube und Gummi zum Erhöhen des Kettenschutzes
  • Zollstock
  • Eventuell gekürzte Seiten und Hauptständer

Zusätzlich ist eine zweite Person als helfende Hand hilfreich 🙂 . Außerdem macht’s zusammen auch noch mehr Spaß!

Dann kann’s auch schon losgehen. Wir starten über die hintere Achse

Beim Triumph Tiger T709 wird die Kettenspannung über einen Exzenter eingestellt. Mit einem Sechskantschlüssel kann man die Spannung einfach justieren.
Den Exzenter kann man allerdings auch komplett um 180° drehen. So wird die gesamte Schwinge knapp 3cm weiter nach unten gelegt.
Hierzu bockt man das Mopped auf den Hauptständer auf und löst die Exzentereinstellschrauben und die Achsschrauben.
Danach lässt sich die komplette Hinterradachse entfernen und so auch das Hinterrad herausnehmen. Nun kann man den Exzenter einfach um 180° umdrehen und das Hinterrad wieder einbauen.

Exzenter Triumph Tiger t709

Die Achsschraube wird mit 80 nm Drehmoment wieder festgeschraubt.
Ist das Rad wieder eingebaut und die Kette aufgelegt, muss wieder die Spannung eingestellt werden. Da die Markierungen zum Einstellen der Kettenspannung nur auf der werksseitig eingebauten Exzenterstellung vorhanden ist, muss man hier selbst eine Markierung anbringen. Die Kette muss dann so eingespannt werden, dass sie an der lockersten Stelle 3-4 cm Spiel aufweist. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass beide Exzenter links und rechts, exakt die gleiche Einstellung haben, damit das Hinterrad gerade ist.
Mit 35 nm Drehmoment werden dann die Exzentereinstellschrauben wieder eingesetzt.
Da der Kettenschutz nun auf der Kette aufliegt, muss dieser auch erhöht werden. Ich habe dazu eine längere Schraube eingesetzt und mit kleinen Gumminoppen den Abstand zur Kette erhöht.

Weiter geht’s mit der vorderen Achse

Die vordere Achse lässt sich einstellen, indem man die Gabelholme durch die Gabelbrücke schiebt.

Um die Verschraubung der Gabelbrücke zu erreichen, muss man bei dem von mir verwendeten Drehmomentschlüssel das Cockpit abnehmen, da er zu groß ist um die Schrauben bequem zu erreichen. Klingt komplizierter als es ist. Am einfachsten ist es, zuerst die Blinker abzuschrauben.
Danach kann man die beiden Schrauben lösen, welche das Cockpit festhalten. Hier hat es mir geholfen, dass Nicki die Schnauze des Tigers festgehalten hat, während ich die Schrauben der linken Gabelbrücken löste. Dann wird der Holm 3cm durchgeschoben. Danach werden die Schrauben wieder eingedreht (20 nM Drehmoment). Erst danach darf der rechte Holm 3cm durchgeschoben und wieder zugeschraubt werden. Ließen sich die Holme noch keine 3cm auf einmal durchschieben, geht das Spiel wieder von vorne los.

Gabelholm Triumph Tiger t709

Zu guter Letzt wird das Cockpit wieder angeschraubt und der Tiger liegt 3cm tiefer.

Was ist nun mit dem Ständer?

Die werksseitigen Haupt- und Seitenständer sind nicht für eine Tieferlegung ausgelegt. Wir haben es nur noch mit viel Mühe und einer improvisierten Rampe geschafft, das Motorrad auf dem Hauptständer aufzubocken. Auf dem Seitenständer steht er sehr gerade und wirkt nicht mehr sehr vertrauenserweckend. Ich empfehle, kürzere Ständer zu kaufen oder die Ständer vom Schlosser professionell verkürzen zu lassen. Alternativ könnte man sicher auch mit Flex und Schweißgerät selbst Hand anlegen.

Abschließende Worte

Die Arbeiten sind eigentlich ziemlich einfach und sollten von jedem durchführbar sein. Wer sich aber unsicher ist, sollte doch besser jemandem vom Fach beauftragen. Wird sicher nicht allzu teuer sein. Die beschriebene Methode greift in das Fahrwerk ein und kann bei falscher Durchführung die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Wir haften nicht für mögliche Schäden.