Am vergangenen Wochenende hab ich mich auf zwei Räder gemacht und bin nach Kleinhau zum Touratech West Travel Event gefahren. Neben Camping mit Gleichgesinnten, Reisevorträgen, Workshops und Probefahrten lockte ein Reiseenduro-Offroad-Training auf das Gelände des MSC Kleinhau. Nicki konnte diesmal leider nicht mitkommen.

Freitag

Zunächst ging es nach Aachen, um grobstolligere Pneus für den Tiger zu besorgen. Mit den Straßenreifen wäre ein Training durch den Matsch undenkbar gewesen. Da es auf dem Event auch einen kostenlosen Montageservice gab, spannte ich mir einen Satz Heidenau K60 Scout* auf das Topcase und machte mich weiter Richtung Kleinhau. Lachende und staunende Blicke kamen mir von den Passanten entgegen, die das bepackte Mopped erblickten. Es fing alles also schon mal gut an ;)!

In Kleinhau angekommen, wurde das Zelt aufgebaut und die Reifen gewechselt. Danach ging es zum Fotoworkshop mit Dirk Schäfer. Dort gab es viele Anregungen, wie sich Motorrad und Fahrer/in auf Reisen fotografisch besonders gut in Szene setzen lassen. Nicht nur Fotografie-Anfänger sind mit den Tipps von Dirk auf ihre Kosten gekommen. Viele seiner Foto-Ideen werden wir sicher noch ausprobieren.

Als ich gerade dabei war mir mein Abendessen zuzubereiten, kam jemand vorbei und kommentierte „Ein alter Tiger mit neuen SW-Motech Koffern – kommt mir irgendwie bekannt vor. Bist du nicht auch bei Instagram?“. Und so lernte ich Marius und Katja von Motogether kennen. Die Beiden verfolgten wir schon länger bei Instagram. Marius war mit einer Honda Africa Twin und Katja mit der Honda CRF 250 Rallye da (die AT wurde noch im Laufe des Events verkauft und soll auch durch eine CRF ersetzt werden). 

Abends lauschten wir dem Reisevortrag „Abenteuer Pyrenäen“* von Dirk Schäfer. Mit viel Witz, Fotos und tollen Drohnenaufnahmen berichtete er von seiner Reise mit Stephan Fritsch und Andreas Prinz durch das Französisch-Spanische Grenzgebiet. Nach einer kurzen Aufwärmung am Lagerfeuer ging es dann auch schnell zurück Richtung Campingplatz. Dort traf ich dann auch noch David, den wir auf dem Offroadtraining in Schrecksbach kennen gelernt haben. Er hatte heute über 600 km Anreise nach der Arbeit weggesteckt. Kein Problem für David – er ist eben ein wahrer Iron Butt.

Samstag

Die Nacht war kalt und unerholsam, Fließ-Inlet und mehrere Schichten Klamotten boten im Sommerschlafsack bei 5°Celsius zu wenig Schutz vor der Kälte. Dennoch startete ich hochmotiviert in den nächsten Tag.

Vormittags fand ein leider enttäuschender Reifenreperatur-Workshop statt. Eigentlich wurde nur gezeigt, wie man mit einem BMW-Pannenset einen Schlauchlos-Reifen flickt. „Wer einen Schlauchreifen besitzt“, so der Workshopleiter, „hat Pech, denn mit einem provisorischem Wechsel an der Straße mit Montiereisen macht man sich nur die Felge kaputt“. Hmm, irgendwie unbefriedigend und nur wenig hilfreich.

Honda und Ducati lockten auf dem Gelände mit Probefahrten der Ducati Multistrada und der Honda Africa Twin. Rein spaßeshalber schnappte ich mir eine Multistrada 950 und machte mit David einen Ausflug durch die Eifel. Begleitet vom lauten Ducato-Sound ging es mit 110 PS durch den kurvigen Nationalpark. Hat mächtig Spaß gemacht.

Zurück in Kleinhau ging es dann direkt mit dem Tiger weiter, dessen neue Reifen ich beim Offroad-Training ausprobieren durfte. Nach einer kurzen Einweisung ging es erst mal auf Wiese und Schotter. In Kleingruppen von maximal vier Personen wurde intensiv an Stehposition, Kurventechnik, Beschleunigung und Bremsen auf Gelände gearbeitet. Durch die geringe Gruppengröße konnte der Coach sehr intensiv auf jede Fahrerin und jeden Fahrer eingehen. Der Regen und die nasse Wiese hielten uns nicht davon ab, weiterzumachen. Als Highlight ging es dann in den Schlamm. Auf einer kleinen Enduro-Piste konnten wir all die gelernten Techniken ausprobieren.

So richtig schön durch den nassen Schlamm! Auch wenn ich manchmal etwas Bammel hatte, war es einfach geil! Als letzte Übung wurde das Bergen am Hang geübt. Sicherlich eine Technik, die man abseits der Straße beherrschen sollte.

Fazit

Mein Resümee: Echt genial was die Firma Kohl bzw. Touratech-West da auf die Beine gestellt haben. Ein 4-stündiges, didaktisch super aufgearbeitetes, intensives Reiseendurotraining von erfahrenen Coaches. Gefühlt habe ich mich fahrerisch um 200% verbessert. Wenn ich nicht wüsste, dass ich nächstes Jahr nicht in Deutschland bin, würde ich sofort wieder hinfahren und den Fortgeschrittenen-Kurs wagen. Von mir eine absolute Empfehlung! Ich hab nichts zu bemängeln.

Danke an David für die tollen Fotos!

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3 Kommentare

  1. Armin

    Klasse Bericht! Da bekommt man richtig Lust sowas auch mal zu machen. Ich muss mal die Augen auf halten ob ich nächstes Jahr etwas passendes für mich finde 🙂
    Mich würden besonders Details zum Fotoworkshop interessieren. Vieleicht kannst du ja mal einen Beitrag dazu schreiben, was du gelernt hast und worauf man achten sollte. Würde mich auf jeden Fall freuen! 🙂
    Beste Grüße!
    Armin

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  2. Moe

    Hallo Armin, danke für dein Feedback!
    Die Tipps von Dirk werde ich noch ausgiebig auf unserer Reise ausprobieren. Die Idee, mal einen ausführlicheren Artikel zum Fotografieren von Motorrädern zu machen schwirrt schon länger in meinem Kopf rum. Irgendwann kommt sowas bestimmt noch. Erst will ich aber noch mehr Erfahrung sammeln und dann mein persönliches Wissen vermitteln.
    Wir freuen uns, wenn du weiter unsere Reise verfolgst 😉
    Beste Grüße zurück aus Marburg!
    Moe

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  3. Marco

    Tipps für die Fotografie sind das eine, sich dann aber auch die Zeit zu nehmen die Fotos auf der eigenen Tour umzusetzen was ganz anderes. Alleine das warten auf den perfekten Moment kann schon ziemlich nerven.
    Ich hab in Japan 5 Tage am Fuss vom Mount Fuji verbracht und gehofft dass die Wolken am Berggipfel verschwinden…. leider gabs kein Postkartenfoto. 🙁 Aber auch das gehört dazu.

    Zur Reifenreparatur, leider wird da oft nur das Set für Schlauchlosreifen gezeigt da es einfach „einfacher“ ist. Beim nächsten Reifenwechsel würde ich das vor Ort beim Mechaniker mal selbst üben. Klappt etwas nicht, steht ja der Fachmann bereit und kann mit dem Profiwerkzeug helfen. Das zählt sowohl für Schlauch- wie auch für Schlauchlose- Reifen.

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