Andenken an Reisen sind unheimlich wichtig. Neben Fotos, Tagebüchern und sonstigen Mitbringseln, ist es auch die Dokumentation der zurückgelegten Strecke, die unsere Erinnerungen an die besuchten Orte wiederaufleben lässt. Hat man früher vielleicht den Weg zwischendurch in eine Papierkarte eingetragen, so gibt es heute glücklicherweise die Möglichkeit, die gefahrene Strecke automatisch während der Fahrt über das GPS-Tracking digital aufzuzeichnen.

Wieso sich ein GPS-Tracking lohnt, wie man es am Besten angeht, ohne dass es zu kompliziert und zeitaufwendig wird, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt und wofür wir uns entschieden haben – all das stellen wir euch in diesem Beitrag vor.

Warum ist ein GPS-Tracking überhaupt sinnvoll?

Die GPS-Route einer Reise aufzuzeichnen hat viele Vorteile. Gerade wenn man etwas länger unterwegs ist, vergisst man schnell die Details der zurückgelegten Strecke. Mit GPS-Tracking hat man nach der Tour eine schicke Übersicht und so eine bleibende Erinnerung an die Stationen der Reise. Schön ist auch, dass man seine Route mit Anderen teilen kann, um zum Beispiel Empfehlungen zur Tourenplanung zu geben. Für uns ist es vor allem praktisch, unsere Freunde, Familie und andere Blogleser live an der Reise teilhaben zu lassen. Ein dritter Vorteil ist das Geotaggen von Fotos. Fotos von einer beliebigen digitalen Kamera lassen sich über den GPS-Track vollautomatisch mit Standortinformationen versehen. Die Fotos kann man sich anschließend auf einer Weltkarte anzeigen lassen. Das hilft ungemein, bei den zahlreichen Fotos, die auf einer Reise schnell zusammenkommen, die Übersicht zu behalten.

Das Adobe Lightroom Karten Modul mit importiertem GPS Track

Das Kartenmodul aus Adobe Lightroom bietet eine GPS-Track-Import-Funktion.

Gründe genug, um sich näher mit GPS-Tracking und seinen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Die Herausforderungen beim GPS-Tracking

Beginnen möchten wir mit dem ersten Versuch, auf unserer Tour durch Südosteuropa unsere Route per GPS aufzuzeichnen. Es ist ein schönes Beispiel, welches die Probleme beim Tracking veranschaulicht.

Als Werkzeuge haben wir damals die Android App Geo Tracker, die Speicherfunkton der Navigon EUROPE App* und die eingebaute GPS-Trackingfunktion unserer Kamera verwendet. Ziel war es, unseren Lesern möglichst zeitnah unseren Standort und unsere Route zu übermitteln. Für das Blogsystem WordPress, dem technischen Untergrund unserer Homepage, gibt es unzählige Plugins zur Einbindung von GPS Daten. Wir haben verschiedene ausprobiert und mussten schnell feststellen, dass viele sehr fummelig zu konfigurieren waren und das manuelle Hochladen der Tracking-Daten sehr umständlich war. Letztendlich haben wir während der Reise gemerkt, dass es von unterwegs zu aufwändig ist, mit dem Smartphone die Tracking-Daten im Blog einzupflegen. Dateiformate mussten konvertiert werden und die Daten manuell in spezielle Verzeichnisse auf unserem Server geladen werden. Schließlich haben wir zur Anzeige unserer Route Google My Maps verwendet, welches wir erst nach der Reise mit extrem hohem Aufwand einpflegen konnten. Nicki war stundenlang damit beschäftigt, Trackingdaten von Kamera, Navigon und Geotracker in ein einheitliches Format zu konvertieren und hochzuladen. Das Ergebnis lässt sich hier einsehen. Während unserer Tour konnten wir live leider überhaupt keine GPS-Infos anbieten.
Ein weiterer Nachteil bei dieser Methode war die Abhängigkeit von Smartphone bzw. Kamerakkus. Die Trackingapp hat relativ viel vom Telefonakku gefressen und auch die Kameraakkus gingen deutlich früher leer. Für unsere derzeitige große Reise wollten wir daher eine praktikablere Lösung finden.

Idee 1: TrackMe und Trackserver

Nach langer Recherche sind wir auf das WordPress-Plugin Trackserver gestoßen. Dieses bietet eine Schnittstelle, welche mit einer Android-App aufgezeichnete Kartendaten automatisiert auf den eigenen Webserver senden und in einem WordPress Blog darstellen kann. Die kostenlose GPS-App TrackMe erlaubt in Zusammenarbeit mit Trackserver ein unkompliziertes Hochladen von GPS-Daten. Die Einrichtung ist unkompliziert und das fummelige, manuelle Einpflegen einzelner GPS Tracks entfällt. Lediglich ein geladener Smartphone-Akku und eine Internetverbindung werden vorausgesetzt.
Die Einrichtung von App und Plugin beschreibe ich in dem Blogartikel Android GPS-Tracking in WordPress mit TrackMe und Trackserver einrichten.

Vor- und Nachteile

+ Kostengünstig
+ Daten liegen auf dem eigenen Server
+ Einmaliger Aufwand bei der Einrichtung
+ Es wird kein zusätzliches Gerät benötigt
– Belastet den Smartphone Akku
– Ist der Akku leer, kann nicht getrackt werden
– Internetverbindung wird zum Hochladen benötigt

Idee 2: Spot und Spotwalla

GPS-Tracking mit dem Spot Gen 3 GPS Messenger in der Atacama Wüste in Chile

Den kleinen Spot haben wir nicht nur beim Motorradfahren, sondern auch beim Wandern immer dabei

Ein Gerät, welches man bei Motorradreisenden und Extremsportlern immer häufiger sieht, ist der kleine orangene GPS-Messenger Spot Gen 3*. Er hat vor allem zwei Funktionen: das Aufzeichnen von GPS-Routen und das Versenden von Nachrichten.

GPS-Tracking mit dem Spot

GPS-Tracking mit dem Spot Gen 3 ist sehr unkompliziert. Man schaltet lediglich das Gerät an und drückt auf den Tracking-Button. Schon blinkt das Gerät munter vor sich hin, zeichnet die Route auf und überträgt sie ohne eine Internetverbindung zu benötigen per Satellit in die Welt. Für das Tracking kann man verschiedene Zeitintervalle festlegen. Pro Zeitintervall wird ein Positionsdatum auf den Server geladen. Je kürzer das Zeitintervall, desto genauer wird die Route aufgezeichnet, aber umso höher fällt der Akkuverbrauch aus. Man muss abwägen, wie detalliert man die Route aufzeichnen und wie oft man die Batterien wechseln möchte. Wir haben ein 30-minütiges Intervall festgelegt. So wird zwar beim Motorradfahren nicht jede einzelne Kurve aufgezeichnet, man hat aber trotzdem eine detaillierte Übersicht über unsere komplette Route. Klarer Vorteil: Die Spot-Batterien halten bei uns ein halbes Jahr! Unsere aktuelle, mit dem Spot aufgezeichnete Route lässt sich hier ansehen.
Spot speichert die Route für sieben Tage. Man kann sie öffentlich schalten oder mit einem Passwort versehen.

Sieben Tage sind nun leider wirklich nicht lange. Da ältere Daten gnadenlos gelöscht werden, schafft hier die Plattform Spotwalla Abhilfe. Verbindet man Spotwalla mit seinem Spot, wird die Route für einen beliebig langen Zeitraum gespeichert. Außerdem bekommt man bei Spotwalla detalliertere Konfigurationsmöglichkeiten zur Darstellung der Karte. So lassen sich zum Beispiel die einzelnen Trackingpunkte zu einer Linie verbinden und der Marker auf der Karte zu einem Motorradsymbol ändern. Auch kann man mit Spotwalla Routen aus bestimmten Zeiträumen oder etwa den letzten sieben Tagen anzeigen.

Eine sehr detailierte Anleitung zur Einrichtung von Spot, Spotwalla und der Einbindung auf einer Internetseite gibt es bei MotoPhil.

Kleiner Hinweis: Seitdem die europäischen Datenschutzgrundverordnung DSGVO eingeführt wurde, besteht rechtliche Unsicherheit über das Nutzen von iFrames, der Technik mit der die Karte in den Blog eingebunden wird.  Sicherheitshalber verzichten wir auf unserer Seire darauf, eine Live-Karte im Blog einzubinden. Stattdessen verlinken wir Spotwalla auf unserer Startseite über einen Screenshot von der aktuellen Route. Diesen Screenshot ersetzen wir dann in regelmäßigen Abständen.

Kommunikation

Da der Spot nicht nur ein GPS-Tracker sondern vor allem auch ein Kommunikationsgerät ist, bietet er neben dem Tracking weitere nützliche Funktionen. So kann per Knopfdruck ein S.O.S.-Notruf absetzt werden.  Dieser wird dann inklusive des aktuellen Standpunkts an das Internationale Notrufzentrum GEOS gesendet, welches weltweit Rettungsdienste informieren kann. Hoffentlich werden wir nie darauf zurückgreifen müssen.

Darüber hinaus können kurze Nachrichten an Freunde und Familie per SMS oder E-Mail gesendet werden. Da der Spot über kein Display verfügt, muss man Telefonnummern, Emailadressen und Nachrichtentexte im Vorhinein am Computer konfigurieren. Antworten kann man dabei nicht empfangen.

Vor- und Nachteile

+ Benötigt keine Internetverbindung
+ Automatisierte “Live”-Übertragung
+ Sehr lange Akkulaufzeit
+ Unkomplizierte Einrichtung
+ Klein, leicht und robust
(+ Weltweiter SOS-Notruf)
(+ Weltweites Versenden von E-Mails und SMS)
– Deutlich teurer als die Smartphone-Lösung
– Daten liegen auf einem fremden Server
(- Unidirektionale Kommunikation d.h. Nachrichten können nicht empfangen werden)
(- Nachrichten und Empfänger müssen vorab am Computer definiert werden)

Die Punkte in Klammern sind aufgrund des konzeptionellen Unterschieds nicht direkt mit der Smartphone-Lösung vergleichbar.

Mehr Infos zum Spot Gen 3 Messenger und technische Daten gibt es bei WeSPOT.

3. Alternative: Garmin InReach

Ein vergleichbares Gerät mit ähnlichem Funktionsumfang ist der InReach von Garmin*. Dieser ist größer als der Spot und verfügt über ein Display. Über den Bildschirm ist es möglich, eine multidirektionale Kommunikation zu führen, sprich, Nachrichten können empfangen und über das Gerät beantwortet werden. Man kann ebenfalls eine GPS-Navigation durchführen. Wir haben selbst keine Erfahrungen mit dem InReach, deswegen können wir nicht viel dazu schreiben. Nachrichten auch empfangen zu können, ist sicherlich ein großer Vorteil. Ich gehe allerdings stark davon aus, dass das Display zu Lasten von Gewicht, Größe und vor allem Akkulaufzeit geht. Außerdem ist der InReach deutlich teurer.

Unsere Wahl

Wir wollten ein zuverlässiges GPS-Tracking haben, um in erster Linie unsere Route mit Familie, Freunden und Bloglesern teilen zu können. Unsere Smartphone-Akkus halten im Reisealltag ständig aufgeladen werden und Internet ist auch nicht immer vorhanden. Deswegen haben wir uns gegen die Android-Lösung entschieden. Außerdem bietet uns der Spot die Möglichkeit, in Notfallsituationen ein SOS-Signal abzusetzen, was ja auch nicht so schlecht ist. Das Display vom Garmin InReach benötigen wir nicht, denn für Kommunikation und Navigation verwenden wir sowieso unsere Smartphones. Aus diesen Gründen haben wir uns für den Spot entschieden.

Da wir bei der Recherche nach dem idealen GPS-Tracker für unsere Reise auf den Spot gestoßen sind, haben wir die Firma WeSPOT, welche den Spot in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt, angeschrieben und uns für ein Sponsoring beworben. Glücklicherweise wurde dem zugestimmt und wir bekommen den Spot Gen3 Messenger* und ein zweijähriges Abo für unsere Reise zur Verfügung gestellt. Die Firma WeSpot ist jedoch in keinerlei Hinsicht am Inhalt dieses Blogartikels beteiligt.

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