Als wir mit unserem schwer bepackten Rucksäcken losziehen, bin ich schon ein bisschen unruhig. Bei diesem Weg ist alles anders als sonst. Tagelang werden wir auf uns allein gestellt sein, keine andere Menschenseele sehen und einem größtenteils unmarkierten Pfad allein mit Hilfe von Karte und Kompass folgen. Mich fasziniert diese Ungewissheit. Sie macht mir aber auch ein bisschen Angst. Gewiss ist eigentlich nur eins: Es wird verdammt anstrengend werden. Ohhh, ja…

Wir befinden uns am Anfang des Condor Circuits. Nur circa 250 Kilometer südlich von Santiago entfernt, macht der rund 100 Kilometer lange Fernwanderweg seine Runde durch eine einzigartige Berg- und Vulkanlandschaft. Entlang dichter Wälder, kargem Hochland und weiten Wüsten aus Lavagestein verläuft der Pfad fernab jeglicher Zivilisation. Dabei durchquert man klare Bergflüsse und kann in heißen Thermen baden. Ein Weg, auf dem man noch so etwas wie Wildnis und wahre Einsamkeit erfahren kann.

Es war nicht geplant, hier zu zweit unterwegs zu sein. Ursprünglich wollten wir mit unserem Kumpel Jendrik aus der Heimat den Condor Circuit wandern. Doch Pläne mussten sich kurzfristig ändern, da Jendrik seinen Urlaub verlegen musste. Wir haben uns schon daran gewöhnt, dass alles anders kommt als man denkt.

Bei der Vorbereitung habe ich bereits viel darüber gelesen, wie anspruchsvoll die Wanderung ist. Zudem ist der Pfad an vielen Stellen nicht richtig gekennzeichnet, weshalb sich viele Wanderer einen Guide und ein Maultier für die Last mieten. Darauf haben wir verzichtet – schließlich wollen wir unsere Kosten so gering wie möglich halten und alleine unterwegs sein. Keine Frage, dass es auf diese Weise unheimlich anstregend wird. Aber wir sind da – wie immer – sehr optimistisch und ein bisschen naiv. Das kriegen wir schon irgendwie hin.

1. Tag – 23 Kilometer: Wann sind wir denn endlich da? (oder: vertraue NIE einem Schild der chilenischen Forstbehörde)

Erstmal gilt es einen sicheren Platz für das Motorrad zu finden. Das Mopped eine ganze Woche allein am Straßenrand stehen zu lassen, scheint uns keine besonders kluge Idee zu sein. Darum haben wir Franz von der Stiftung Trekking Chile um Rat gefragt. Die Stiftung stellt das Kartenmaterial des Condor Circuit bereit. Er hat uns empfohlen, das Mopped bei Don Tito – einem Dorfbewohner – abzustellen. Als wir schließlich an seiner Tür klopfen, öffnet uns ein sehr freundlicher alter Mann. Wir dürfen unser Kätzchen für die nächsten acht Tage bei ihm stehen lassen. Dann kann das Abenteuer also beginnen.

Zum Anfang stapfen wir einem knackigen Anstieg durch einen dichten Wald und haben hin und wieder einen Ausblick auf die zahlreichen Berge und Schluchten. Hunderte kleine Echsen und einige riesige Spinnen kreuzen unseren Weg. Bin ich froh, dass wir ein geschlossenes Zelt haben. Ich mag Tiere – aber bei der Vorstellung, eine dieser haarigen, tiefschwarzen Spinnen im Schlafsack zu haben, hört der Spaß nun wirklich auf. Andere Weggefährten sind mir da deutlich lieber. Nur schade, dass sich die bunten Vögel und Echsen nicht vor die Linse trauen.

Das Ziel fest im Blick

Weiter geht es durch ein herbstliches Tal und schließlich hinauf zum ersten Aussichtspunkt. Hier erblicken wir ihn zum ersten Mal: Den Descabezado Grande („der große Geköpfte“). Der knapp 4000 Meter hohe Vulkan übertrumpft mit seiner einzigartigen Schönheit und natürlich auch mit seiner Größe jeden anderen Berg dieser Landschaft. Ein wahrer Gigant. Ambitionierte Wanderer können den Vulkan optional am dritten Tag des Circuit besteigen. Auch wir haben uns dieses Ziel gesetzt. Noch nie hat einer von uns auf einem Vulkan gestanden. Und nun, da ich ihn sehe, bin ich fest entschlossen. Ich will da hoch.

Aber erst mal will ich während der Pause frische Lust an die Füße lassen. Als ich meine Socken ausziehe, sehe ich das Unheil: An meiner Ferse hat sich eine große Blase gebildet. Das kann ja noch spaßig werden, wenn ich mich die nächsten Tage damit rumquälen darf. Zum Glück haben wir zahlreiche Blasenpflaster dabei.

Descabezado Grande

Wir sind beeindruckt von diesem gewaltigem Koloss: Der Descabezado Grande

Die ersten Hinder- und Ärgernisse

Es folgt ein sehr steiler und extrem rutschiger Abstieg. Einmal lege ich mich hin und rutsche glücklicherweise nur ein kleines Stück herunter. Als ich frische Pferdespuren entdecke, frage ich mich ernsthaft, wer zur Hölle einen so gefährlichen Abstieg auf dem Rücken eines Pferdes macht. Wir haben schon unsere Mühe, hier auf den eigenen Beinen heil herunterzugelangen. Ein Schritt daneben kann hier fatale Folgen haben. Da muss man schon riesiges Vertrauen in sein Pferd haben…

Wir gelangen zum Flusstal des Rio Claro, der von eindrucksvollen Schluchten umgeben ist. Wir legen nun einen Zahn zu, da wir befürchten, es nicht mehr im Hellen ins Camp zu schaffen. Durch das Umpacken am Motorrad heute morgen haben wir wichtige Zeit verloren und sind später als vorgesehen losgekommen. Das Übernachten außerhalb der dafür vorgesehenen Stellen ist im Nationalpark streng verboten. Doch ein paar Kilometer weiter atmen wir auf: Ein Wegweiser gibt an, dass es nur noch 3 Kilometer bis zu unserem heutigen Ziel sind. Das schaffen wir locker. Während die Sonne langsam schon untergeht, überqueren wir den ersten Fluss auf der Wanderung.

An manchen Stellen reicht das eiskalte Wasser bis an die Waden

Als ich meine Socken ausziehe, bemerke ich, dass die Blase inzwischen noch schlimmer geworden ist. Das Pflaster hat nicht gehalten. Zum Glück ist es nicht mehr weit bis zum Camp. denn wir sind so langsam echt am Ende. Den ganzen Tag die Rucksäcke mit Verpflegung für acht Tage zu tragen geht an die Substanz. Wir packen uns noch zusätzliches Wasser auf den Rücken und stapfen weiter. Dass uns der folgende Weg so lang vorkommt, liegt bestimmt daran, dass die Last so schwer ist. Es wird immer dunkler und der Pfad ist durch das schwache Licht, dass uns die Dämmerung jetzt noch bietet, nur noch schwer erkennbar. Schließlich entdecke ich ein Schild in der Ferne. Hallelujah!

Als wir uns nähern, kommt jedoch der Schock: Immer noch drei Kilometer bis zum Camp. Das kann doch nicht stimmen. Das Gleiche stand doch schon auf dem letzten Schild?! Ich schaue in die Karte und sehe, dass wir tatsächlich noch ein gutes Stück vor uns haben. In unserer Erschöpfung hatten wir den Wegweiser nicht weiter hinterfragt und auch nicht mehr auf die Karte geschaut. Nun steht fest, dass wir es niemals im Hellen ins Camp schaffen werden. Wie sollen wir überhaupt den Weg im Dunkeln erkennen? Es hilft nichts. Niedergeschlagen trotten wir weiter, während es Minute um Minute dunkler wird. Schließlich sind die Pferdespuren das Einzige, was wir als Anhaltspunkt für den Weg haben. Eigentlich sind wir völlig am Ende und brauchen eine Pause, aber daran ist nun überhaupt nicht mehr zu denken.

Es ist bereits stockduster, als wir das Camp erreichen. Zu unserer Überraschung sind wir nicht alleine: Zwei freundliche Gauchos, deren Pferdespuren wir heute gefolgt sind, sitzen am Lagerfeuer. Sie laden uns zu Rotwein und Schnaps ein. Schließlich fallen wir tot ins Zelt.

2. Tag – 11 Kilometer: Nichts geht mehr

Der zweite Tag ist der schlimmste, sagt man. Zum Glück steht für heute eine vergleichsweise kurze Strecke mit 11 Kilometern an. Sie soll uns zum Fuße des Descabezado Grande führen. Wir sind etwas länger im Zelt liegen geblieben, um uns noch ein klein wenig von den Anstrengungen des gestrigen Tages zu erholen. Die gute Nachricht ist, dass der Rucksack durch das Abendessen und das Frühstück schon etwas leichter geworden ist. Als ich ihn wieder aufziehe, weiß ich trotzdem noch nicht so recht, wie ich das schwere Ding den ganzen Tag mit mir rumtragen soll.

Ein nicht enden wollender Anstieg

Die erste Etappe führt uns heute durch einen Lenga- und Roblewald. Nach nur ein paar Schritten merke ich jedoch, dass irgendwas heute so gar nicht stimmt. Es ist nicht das Gewicht des Rucksacks, sondern meine Füße. Zu der Blase sind schreckliche Druckschmerzen hinzugekommen, die ich bei jedem Schritt spüre. Obwohl meine Füße während der letzten Nacht einige Stunden Pause hatten und erholter sein müssten, ist es schlimmer denn je. Es war ein ganz großer Fehler, die Stiefel nicht vorher ohne die Einlagen, die ich sonst zum Motorradfahren trage, einzulaufen.

Durch tiefe Schluchten geht es nun entlang des Hangs eines erkalteten Lavafeldes stetig bergauf. Die Mittagssonne knallt uns erbarmungslos auf die Schädel. Ich habe mich bisher durchgekämpft, doch nun bin eindeutig am Ende meiner Kräfte angelangt und humple nur noch vor mich hin. Die losen Felsbrocken unter den Füßen sind extrem unangenehm. Oft rutsche ich weg und muss mit dem Fußgelenk dagegenhalten. Solche Situationen sind schmerzhafter denn je. Ich probiere die Stiefel noch fester zuzuschnüren, aber nichts will den pulsierenden Schmerz lindern. Durch Lavagestein und Geröll schleppe ich mich langsam vorwärts. Moe ist schon weit voraus uns muss ständig auf mich warten, weil ich es ohne Pausen nicht mehr schaffe. Nach 7 Kilometern auf diesem Abschnitt sollen wir zu einer Lagune gelangen, der ich fibrig entgegenlaufe. Doch hinter jedem Horizont verbirgt sich nur ein weiterer Anstieg, der mich enttäuscht zusammensacken lässt. Dies sind die längsten 7 Kilometer meines Lebens.

Nicki am Ende ihrer Kräfte

An der Grenze angelangt

“Wandern soll doch Spaß machen, oder?” rufe ich Moe erschöpft entgegen, der mal wieder etliche Meter weiter vorne auf mich wartet. “Mir macht das hier überhaupt keinen Spaß mehr. Das ist ‘ne reine Qual.” Landschaftlich ist es hier echt beeindruckend, aber ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erfreuen. Ich bin nur noch damit beschäftigt, mich irgendwie von dem Schwerz abzulenken. Einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ohne nachzudenken.

Moe spricht mir etwas Mut zu. Er versichert mir, dass es nicht mehr so weit sei und wir schon bald die Lagune erreichen müssten. Aber genau das habe ich mir schon selbst die letzten anderthalb Stunden immer wieder gesagt. Das einzige Restchen Motivation, an dem ich mich jetzt noch festklammere, sind die heißen Thermen, die uns am Ziel erwarten. Nichts ist gerade schöner, als die Vorstellung eines Bads in den natürlichen Becken. Es muss also irgendwie weitergehen. Egal, wie.

Stunde um Stunde vergeht und weit und breit ist immer noch keine Lagune zu sehen. Ich weiß langsam nicht mehr, woher ich die Kraft nehmen soll. Wie soll ich das überhaupt noch weitere 5 oder 6 Tage durchhalten? Ich kann morgen niemals 2000 Meter Auf- und Abstieg machen. Dafür muss man topfit sein, wovon ich gerade ungefähr so weit entfernt bin, wie vom Mond. Bei der Vorstellung breche ich endgültig zusammen. “Ich schaffe es nicht mehr weiter, das ist mein voller Ernst” gestehe ich Moe, während mir die ersten Tränen über die Wangen laufen. Wenn ich mein Tempo nicht beschleunige, kommen wir heute gar nicht mehr an. “Wenn es nicht mehr geht, dann müssen wir zurückgehen”, schlussfolgert Moe bei meinem Anblick. Mir wird schlecht. Ich habe mich nicht bis hierher gekämpft, um dann wieder umzudrehen. Nun denke ich jedoch ernsthaft darüber nach. Denn mit jeden Schritt entfernen wir nur noch weiter von jeglicher Zivilisation. Niemals hätte ich damit gerechnet, schon am zweiten Tag auf eine so harte Probe gestellt zu werden. Meine physische Grenze habe ich endgültig erreicht. Jetzt geht es nur noch darum, sie zu überwinden.

Zurückgehen ist keine Option. Ich schlage stattdessen vor, morgen einen Pausentag anstelle der Besteigung einzulegen. Es bedeutet jedoch auch, dass ich den Descabezado abschreiben muss. Im Moment zählt jedoch nur, irgendwie weiterzukommen.

Grauer, älter… und fitter

Unter größten Bemühungen schaffen wir es dann tatsächlich noch bis zur Laguna Blanca. Dieser Name ist jedoch ein Euphemismus: Im Moment verdient sie wohl eher die Bezeichnung “große Pfütze”. Endlich legen wir eine größere Pause ein. Dass ich nun noch nicht mal mehr Lust auf ein Stück Schokolade habe, stuft Moe als höchst bedenklich ein. Ich habe überhaupt keinen Appetit mehr. Bis zum Ziel sind es noch ein paar Kilometer. Ohne Schmerztablette schaffe ich keinen Schritt mehr, auch wenn ich eigentlich vermeiden wollte, so früh an unseren Vorrat zu gehen. Eine halbe Stunde später geht es mir tatsächlich besser.

Noch während wir pausieren, entdecken wir plötzlich einen Menschen am Horizont. Nein, es sind sogar zwei! Ein älteres Paar – vielleicht so um die 50 – schlendert an uns vorbei. Ich schaue Moe ungläubig an. Wollen die etwa den Vulkan besteigen, während ich schon damit kämpfe, überhaupt nur dorthin zu gelangen? Oh man, jetzt fühle ich mich noch schwächer und noch beschissener.

Schnapsideen

Auf den letzten paar hundert Metern zum Camp überlege ich sogar schon, ob wir es morgen nicht doch wagen sollten. Den über alles thronenden Descabezado nun wieder fest im Blick, lässt mich der Gedanke einfach nicht los. Vielleicht können wir morgen einfach einen halben Tag Pause machen und nachmittags zum 600 Meter höheren Lager am Hang des Vulkans aufbrechen. Von dort aus wären es tags darauf auch “nur noch” 1400 Meter Auf- und Abstieg. Das Problem dabei ist nur, dass wir dafür pro Person ungefähr fünf Liter Wasser dort hochschleppen müssten. Ein Albtraum. Moe traut seinen Ohren kaum: “Vorhin hast du noch geheult und wir haben überlegt umzukehren, weil es nicht mehr ging, und jetzt sagst du mir ernsthaft, dass du da morgen hoch willst? Das ist überhaupt keine gute Idee.” Richtig, ist ‘ne Schnapsidee. Ich kann nicht richtig laufen. “Lass uns erstmal pausieren und schauen, ob es überhaupt weitergeht” fährt Moe fort. Ich nicke ihm zu während ich wieder raufschaue zum Gipfel.

Ich bin voller Glücksgefühle als wir schließlich unseren Übernachtungsplatz an einer Flussaue erreichen. Bei unserer Ankunft erblicke ich das kleine Zelt der älteren Wanderer schon von Weitem. Es steht direkt neben dem Abzweig, der den Aufstiegsweg zum Krater markiert. Die wollen es wirklich durchziehen.

Den ganzen Tag habe ich mich schon auf das belohnende Bad in den heißen Thermen gefreut. Nun bin ich zu nichts mehr fähig. Allein schon das Zelt aufzubauen und ein Feuer zu starten, ist in meinem Zustand eine große Herausforderung. Für die Thermen haben wir ja morgen noch genug Zeit…

3. Tag – 0 Kilometer: Eine schmerzhafte Entscheidung

Ausruhen ist heute angesagt. Man kann sich auch kaum einen schöneren Platz dafür vorstellen. Strahlender Sonnenschein, frische Bergluft und das Plätschern der Bäche sind so friedlich. Doch der Vulkan lässt mich auch heute einfach nicht los. Immer wieder blicke ich hoch zum Krater des Descabezado. Ich bin so nah dran und doch noch tausende schmerzhafte Schritte entfernt.

Nachdem wir den halben Tag nach den heißen Thermen gesucht haben, finden wir sie schließlich. Es sind die matschigen, gerade mal lauwarmen Sumpflöcher genau vor uns. Was für eine Enttäuschung. Gut, dass ich das nicht vorher wusste…

Verarztung im Camp

Während ich in der Sonne liege überlege ich immer wieder. Vielleicht klappt morgen ja doch noch ein Aufstieg. Wenn wir Zelt und Ausrüstung unten liegen lassen und Moe Wasser und Kamera trägt, schaffe ich es vielleicht. Oder wir gehen morgen auf das Zwischencamp. Das Problem bei diesen Überlegungen ist jedoch unser Essensvorrat. Wir haben keinen Zusatztag eingeplant. Zu wenig Essen am Ende eines Tages zu haben, wäre unfassbar schlimm. Ich überlege jedoch, ob wir nicht einfach an anderen Stellen abkürzen können, um den Descabezado doch noch zu besteigen. Wahrscheinlich würden wir dadurch aber auch viel Sehenswertes verpassen. Egal wie man’s dreht – es wäre die vernünftigste Entscheidung, den Dezcabezado einfach zu streichen.

Das ältere Paar bricht schon sehr früh morgens zum Vulkan auf, somit sind wir heute alleine

Moe bleibt zuversichtlich

Loslassen ist schwer

Nach einem Tag voller Spinnereien, einem ewigen Hin und Her, bringt mich Moe dann schließlich doch noch auf den Boden der Tatsachen zurück: “Nicki… Ich sage nicht nein, wenn du da mit mir hochgehen willst. Aber letztendlich ist es eine reine Ego-Sache.” Natürlich hat Moe recht. Ja, gottverdammt, es ist ein Ego-Ding. Wenn sich durch die Anstrengung mein Zustand verschlechtert oder ich mich verletze, riskiere ich, dass die komplette Tour versaut wird. Den Descabezado endgültig abzuschreiben, ist unglaublich schwierig. Doch ich muss mir eingestehen, dass es einfach nicht möglich ist. Ich frage mich, wie lange ich wohl noch daran zu knabbern habe. Wie oft ich wohl zurückdenke und mich frage, wie es wohl gewesen wäre, dort oben zu stehen. Und welches Gefühl es gewesen wäre, wenn ich es doch geschafft hätte. Noch kann ich das nicht sagen. Ich weiß nur, dass es die einzig vernünftige Entscheidung ist. Aber vernünftig war noch nie so mein Ding.