Familienzuwachs: Der zweite Tiger

Es gibt hervorragende Neuigkeiten: Wir sind nun auf zwei Motorrädern unterwegs. Genauer gesagt wurde unsere Familie um einen zweiten Tiger erweitert.

Diesen haben wir nicht gekauft, sondern von Triumph Deutschland bis zum Ende unserer Reise zur Verfügung gestellt bekommen. Und weil das sicherlich einige Fragen in eurem Kopf aufwirft, wollen wir diesen Beitrag nutzen, um ausführlich das Wieso, Weshalb und Warum zu klären. Wir möchten offen darüber sprechen, was dieses Sponsoring bedeutet und ob sich dadurch nun etwas verändert.

Der Reisebericht über die ersten Kilometer auf zwei Moppeds wird in Kürze folgen. Versprochen!

Noch ein Bike – warum jetzt?

Auf ein zweites Mopped während der Reise umzustellen, das ist ein großer organisatorischer Aufwand. Eine berechtigte Frage lautet also: Hätten wir uns das nicht früher überlegen können?

Jein. Denn wie ihr euch sicher gut vorstellen könnt, ist das Budget, was man direkt nach dem Studium für eine Reise hat, eher begrenzt. Natürlich hatten wir uns ein bisschen was zur Seite gelegt. Doch zwei Motorräder anzuschaffen und auszustatten – das war einfach nicht drin. Langfristig bedeuten zwei Moppeds zudem auch (fast) doppelt so hohe Spritkosten, doppelte Transportkosten und letztendlich doppelt so viel, was kaputt gehen kann (Wartungskosten sind ein großer Teil unserer gesamten Reisekosten).

Reisen war immer höchste Priorität

Manche haben uns damals geraten, erst ein paar Jahre arbeiten zu gehen, um mehr Geld für’s Reisen bzw. für zwei Moppeds zu haben. Uns war aber wichtig, direkt nach der Zeit in Marburg aufzubrechen. Denn wenn man einmal im Hamsterrad gelandet ist, dann wird es immer schwieriger, da wieder rauszukommen. Und außerdem: wer kann denn wissen, was in der Zukunft liegt?

Noch sind wir jung und munter, brauchen nur wenig Komfort und damit auch kaum Geld zum Reisen. Also stand fest: wir machen das (erstmal) auf einem Mopped.

Da ich aber auch mal fahren wollte, habe ich mir kurz vor Abreise noch überlegt, ebenfalls den Führerschein zu machen. Und das war alles gut so. Im Nachhinein betrachtet würden wir es nicht anders machen.

Ein leichteres Leben

Nach eineinhalb Jahren kam sie dann: die Reisemüdigkeit. Offen haben wir auch hier darüber geschrieben, dass es natürlich nicht alles immer Eiscreme und Schokotorte ist. Es gibt bessere und schlechtere Tage.

Uns war klar, dass wir an unserer doch sehr kräftezehrenden Lebensweise etwas ändern müssen, um weiterfahren zu können. Die Reise fortsetzen – das wollen wir unbedingt.

Eine längere Auszeit vom Reisealltag und ein geregelter Tagesablauf haben uns sehr geholfen. Nicht nur, um frische Energie und Lust an neuen Orten zu gewinnen, sondern auch, um über das Leben on the road zu reflektieren.

Wie schön wäre es, wenn wir das Gepäck verteilen könnten? Wenn ich mit meinen Füßen den Boden problemlos berühren könnte? Wenn jeder von uns nach eigener Schnauze fahren könnte und nicht immer auf den anderen Rücksicht nehmen müsste? Wenn wir unabhängiger wären?

Alles wäre ein bisschen unkomplizierter und leichter.

Zwei Kater

Unser Traummotorrad, das war natürlich ein zweiter Tiger. Nicht nur aus emotionalen Gründen, sondern auch, weil uns die alte Katze nicht im Stich gelassen hat (abgesehen von kleinen Altersschwächen, die wir ihr natürlich verzeihen).

Zuverlässigkeit ist uns wichtig. Denn egal, wie lange wir noch unterwegs sind: Wir sind keine Schrauber und werden auch nie solche werden. Zudem wollten wir ein Mopped mit vergleichbarer Leistung, das etwas leichter und vor allem niedriger ist.

Kurzum haben wir uns einfach ein Herz gefasst und bei Triumph angefragt, ob sie unsere restliche Reise mit einem Tiger 800 XRx Low unterstützen möchten.

Sponsoring – was bedeutet das eigentlich?

Schon seit Beginn unserer Reise haben wir Sponsoren. Manche denken bei diesem Begriff oftmals an etwas Geschenktes. Demnach nennen wir es lieber Partnerschaft, das betont die Reziprozität dieser Sache.

In unserem Fall sehen die Partnerschaften so aus, dass wir den Unternehmen ausgewählte Fotos, Feedback und Berichte unserer Reise bereitstellen. Diese dürfen sie für Marketing und Kommunikation verwenden.

Im Gegenzug haben wir hochwertige Ausrüstungsgegenstände gestellt bekommen. Für diese haben wir uns selbst im Vorhinein entschieden. Geld erhalten wir nach wie vor nicht. Unsere Reisekosten decken wir selbst mit ortsunabhängiger Arbeit.

Warum eigentlich nicht?

Vielleicht haben wir einfach nur sehr viel Glück mit unseren Partnern gehabt, aber wir sind mit den Kooperationen nach wie vor glücklich. Natürlich verbringen wir dadurch auch mehr Zeit vor den Laptops, aber es macht uns Spaß, die Reise zu dokumentieren und mit anderen zu teilen. Unsere Partner stressen uns dabei nicht in Form von deadlines, schreiben uns weder Reiseroute noch Inhalte vor!!! Wir machen alles so, wie wir das sonst auch gemacht hätten. Und das wird auch so bleiben. Daher hat für uns nichts dagegen gesprochen, auf einem gesponserten Motorrad unterwegs zu sein.

Mehr Anerkennung für Goldfische!

Die Entscheidung von Triumph, uns zu unterstützen, hat uns letztendlich nur darin bestärkt, dass wir damals die (für uns) richtige Marke gefunden haben. Denn dass uns die Menschen hinter dem Tiger einen so großen Vertrauensvorschub entgegenbringen und an unser Projekt glauben, ist eine richtig tolle Sache.

Schließlich sind wir bei Weitem nicht die größten Fische in der Reiseszene. Wenn wir unsere Zahlen mit anderen vergleichen, dann sind wir wohl eher im Bereich Goldfisch. Und das ist auch okay so.

Denn wir verzichten freiwillig auf so manche Likes oder Klicks, indem wir nicht für Google-Ranks texten. Wir schalten keine Werbekampagnen, verfassen Clickbait-Überschriften oder verbreiten Social-Media-Spam. Auch wollen wir keine Anleitungen darüber verfassen, wie man uns alles nachmachen kann.

Wir schreiben Reiseberichte. Nicht mehr und nicht weniger. Wie viel Arbeit wir bisher in dieses Projekt auf allen Kanälen gesteckt haben, wollen wir lieber gar nicht wissen (viele Grüße an dieser Stelle an alle Bloggerkolleginnen und -kollegen). Ist auch nicht wichtig, denn das hier ist ein Herzensprojekt. Und dass dies nun wieder gewürdigt und als unterstützenswert erachtet worden ist, ehrt uns sehr. Es beweist, dass Quantität eben nicht alles ist.

Transparenz ist sexy

Für euch wird sich also nichts ändern. Dass wir das jetzt so ausführlich erklären, hängt damit zusammen, dass wir schon öfters mit “Mythen des Sponsorings” konfrontiert worden sind. Trotzdem können wir bei dem Thema natürlich nicht für andere, sondern nur für unsere Zusammenarbeit sprechen.

Generell finden wir es eine super Sache, dass immer mehr Firmen die damit zusammenhängenden Chancen erkennen und über diesen Weg gute Menschen oder Projekte unterstützt werden können (wir zählen uns da jetzt unverschämterweise auch zu). ABER: Transparenz ist dabei ganz wichtig und sollte selbstverständlich sein (ist es leider nicht immer).

Zuletzt bleibt für uns nur zu hoffen, dass ihr euch auch ein wenig über den Familienzuwachs freut.
Wir sind zumindest total gespannt auf die kommende Zeit, über die wir selbstverständlich auch weiterhin ausführlich berichten werden.
In diesem Sinne: Lasst von euch hören und schreibt uns gerne, was ihr darüber denkt!

Falls du uns für die 234567 Stunden Arbeit etwas zugutekommen lassen möchtest, weil du Freude an unseren Geschichten hast: Du kannst uns ein Brötchen spendieren, wenn du magst (Wird garantiert nicht für Brötchen, sondern für Bier ausgegeben).

Einmalig

Monatlich


Weiterstöbern

← vorheriger Beitrag

nächster Beitrag →

8 Comments

  1. Torsten

    Was ist daran falsch Geld dafür zu bekommen? Ihr unterhaltet uns, da kann auch gerne Geld fließen in Form von Werbeplatzierungen! Polo hat hier ja schon eine AD unter dem Artikel, oder ist die Platzierung kostenlos auf der Website hier? Von mir aus könnt ihr reich damit werden! Jeder hat die Wahl… ich sitze im Büro und habe diese nicht mehr, da man im Hamsterrad sitzt 😉 aber als ich jung war, reiste ich nach dem Studium mit dem Rucksack durch Israel für ein paar DMark. Genießt die Zeit und rechtfertigt euch nicht für Unterstützung! Alle die meckern sind nur Neider!!! 😉 viel Spaß noch!

    Reply
    • Nicki

      Ich find es auch okay, wenn andere Menschen damit ihr Geld verdienen und wie Tim Burke etwa komplett davon leben können. Es steckt schließlich sehr viel Arbeit dahinter.
      Die Werbung hatten wir mal geschaltet, um die Serverkosten der Seite zu decken. Geld gibt es bei solches Ads nur dann, wenn da auch jemand draufklickt. Lohnen tut sich das aber wirklich nicht. Sind daher am überlegen, ob wir das wieder abschalten, damit das Leseerlebnis schöner ist.
      Viele Grüße und pass darauf auf, das Büro auch rechtzeitig wieder zu verlassen 😉

      Reply
  2. Björn

    Alles richtig gemacht. Ich habe euch ja damals zu 2 x CRF250L zum Preis eines Tigers geraten, aber so ist doch auch schön.
    Macht ihr mal die Langstrecke, ich Offroade nächstes Jahr noch mal durch den Balkan…

    Reply
    • Nicki

      Hehe, dann kannst du ja die schönsten Strecken schon mal für uns einfahren. Was uns mit den Klopsis möglich ist, wird dann bald nachgefahren 😀

      Reply
  3. Ernie Trölf

    Super Sache! Alles richtig gemacht. Mögen die beiden Tiger Euch niemals im Stich lassen!!

    Reply
    • Nicki

      Dankeschön 🙂 das hoffen wir auch!

      Reply
  4. Marco

    Schön dass ihr damit so offen umgeht und eure Leser / Fans informiert. Streicht das gemeckere einfach und freut euch über die Positiven Kommentare.

    Auf jedenfall viel Spass auf der weiteren Tour jetzt mit 2 Motorrädern.

    Reply
    • Nicki

      Danke!

      Reply

Trackbacks/Pingbacks

  1. Von der Schwierigkeit, umzukehren - Moppedhiker - […] – wir sind jetzt auf zwei Moppeds unterwegs! (Wer es noch nicht mitbekommen hat, kann im letzten Beitrag nachlesen,…
  2. About the Difficulty of Turning Back - Moppedhiker - […] – we are now on two motorcycles! (If you haven’t noticed it yet, you can read in the last…

Submit a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.